Archivgut Nachlass

Marie Therese (Freiin von der) K. NL 261 II

1880er-Jahre bis Juli 1946

Weitere Informationen

Einrichtung: Sammlung Frauennachlässe | Wien
Jahr: 1880er-Jahre bis Juli 1946
Sprache: Deutsch
Beschreibung:

Orte: Wien; Bonn, verschiedene Orte in der Lüneburger Heide, Visselhövede und andere Orte in Deutschland; Pula (Pola/Polei) in Kroatien

Quellentypen: Aufzeichnungen in Buchform: 1 Bücherverzeichnis, 1 Erinnerungsbuch, 1 Gästebuch; Korrespondenz (Familienkorrespondenz, Freundschaftskorrespondenz, Freundinnenkorrespondenz, amtliche Korrespondenz, geschäftliche Korrespondenz, Feldpost aus dem 1. Weltkrieg): 22 Schreiben; 9 amtliche Dokumente; Dokumente zur Berufslaufbahn: 15 Dienstzettel, Urkunden, Dokumente zu Gehalt und Unterkunft; 43 Fotografien (tw. in 1 Gedenkalbum); Weiteres: Stammbaum, Todesanzeige, Scherenschnitte, Buch „Aus der Geschichte der k. u. k. Offizierstöchter=Erziehungs=Institute“

Zum Bestand: Schreiberin: Marie Therese (Freiin von der) K.; geb. 1878 in K. in Deutschland, gest. 1946 in Wien

Übergeberin: Agnes R. (Bekannte der Großnichte von Marie Therese K.), 2019



Marie Therese (Freiin von der) K. wuchs in einer adeligen Familie in der gleichlautenden Ortschaft K. in Niedersachen auf. 1913 wanderte sie nach Österreich aus. 1914 übernahm sie die provisorische Leitung des Offizierstöchter-Erziehungsinstitutes zu Hernals in Wien, 1915 wurde sie hier Obervorsteherin. Während des Ersten Weltkrieges war sie im Wiener Allgemeinen Krankenhaus in der Pflege tätig, wofür ihr 1916 vom Roten Kreuz die "Brozene Ehrenmedaille" verliehen wurde. Ab 1923 hatte sie auch das Amt der Leiterin des Erziehungsdienstes und der wirtschaftlichen Verwaltung des Offizierstöchter-Erziehungsinstitutes inne. Nach der Pensionierung 1934 lebte sie für mehrere Jahre am Areal von Schloss Hirschstetten, später in einem Pflegeheim in Wien.

Die von Marie Therese K. erhaltenen amtlichen Dokumente und Korrespondenzen betreffen hauptsächlich ihre Tätigkeit im Offizierstöchter-Erziehungsinstitut. Themen sind dabei u.a. der Wechsel ihrer Staatsbürgerschaft (1913 bis 1919), die Einsetzung als Obervorsteherin und Leiterin des Erziehungsdienstes, das Gehalt und die Unterkunft sowie Anerkennungen für die Arbeit Marie Therese K.s, die Verleihung der "Ehrenmedaille", die Schreibweise ihres Namens (1928) sowie ihr Testament (1932).

In der Publikation "Aus der Geschichte der k. u. k. Offizierstöchter=Erziehungs=Institute" (1892) der damaligen Obervorsteherin Adele von A. ist ein Zeitungsausschnitt aus 1916 mit der Fotografie des Publikums einer militärischen Übung der Infanterie-Kadettenschule in Hietzing eingelegt.

Von einer Schülerin sind 12 Scherenschnitte erhalten, für die Marie Therese K. ein fachliches Gutachten eingeholt hat.

Aus dem Zeitraum von 1916 bis 1946 sind 22 Korrespondenzstücke von verschiedenen Absender:innen bzw. Empfänger:innen erhalten: Einzelne dieser Schreiben sind Briefentwürfe betreffend Marie Therese K.s Tätigkeit als Obervorsteherin des Offizierstöchter-Erziehungsinstitutes. 4 Schreiben (1818-1919) stammen aus ihrer Korrespondenz mit ihrer Schwester Pia S. (geb. Freiin von der K., 1872-1960), wobei auch eine "Lebenszeichen"-Karte aus dem Pflegeheim „Herbstsonne“ von März 1945 erhalten ist.

Das Gästebuch enthält auf 22 Seiten sowie einzelnen eingelegten Blättern Einträge von 1900 bis 1923, die größtenteils mit Zeichnungen und vereinzelt mit Scherenschnitten gestaltet sind. In einem kleinformatigen Notizbuch sind deutsch- und englischsprachigen Bücher aufgelistet, die zwischen 1915 bis 1944 ausgeborgt wurden. Eingelegt ist eine gedruckte Fotografie der "Kaiserin Witwe Zita" und deren Kindern, darunter "unser junger Kaiser Otto" aus 1923.

13 beschriftete und datierte lose Fotografien sind Portrait- und Gruppenaufnahmen von verschiedenen Familienmitgliedern und Bekannten (1909 bis 1946). Auf zwei Fotografien aus 1915 sind Krankenschwestern, Kinder und Soldaten im Reservespital Hirschstetten abgebildet.

Das Erinnerungsbuch trägt den vorgedruckten Titel „Erkenne dich Selbst. Gedenkalbum zur Charakteristik der Freunde und Freundinnen“. Es wurde von Paula (Freiin von) B. (geb. 1871), der Cousine von Marie Therese K., für sie zusammengestellt. Die handschriftlich eingetragenen Texte sind teilweise in Reimform geschrieben. Die eingeklebten Fotografien und Bildpostkarten (1880er- bis 1940er-Jahre) zeigen Portraits der verschiedenen Familienmitglieder, deren (ehemalige) Schlösser und Landschaften. Den Abschluss des Albums bildet die Parte von Marie Therese K. von 1946. Eine Todesanzeige mit aufgeklebter Fotografie ist lose erhalten.

Ein Stammbaum der Familien E. und P. wurde vermutlich von Anges Rath, der Übergeberin des Nachlasses, in den 2000er-Jahren erstellt. Ihnen gehörte das Schloss Hirschstetten, in dem Marie Therese K. längere Zeit gelebt hat.

Anmerkung:
Aus Datenschutzgründen werden in diesem Online-Verzeichnis alle Nachnamen abgekürzt angegeben. Die mit den Übergeber/innen der Bestände jeweils vertraglich vereinbarte Verwendung der Namen ist bei der Recherche vor Ort abzuklären.
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Standort

Sammlung Frauennachlässe
c/o Institut für Geschichte, Universität Wien

Universitätsring 1
1010 Wien
Telefon: +43 (0)1 4277 408 12
Öffnungszeiten
Die Bestände können nach Vorlage des Forschungsvorhabens an vereinbarten Terminen eingesehen werden. Ausführliche Informationen dazu finden Sie auf der Website https://sfn.univie.ac.at unter Benutzung + Recherche.
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Die erste Sichtung der Quellen erfolgt in den Räumlichkeiten der Sammlung Frauennachlässe. Für die spätere Bearbeitung ist eine Aufstellung der Materialien in der Fachbibliothek für Geschichte möglich.

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