Archivgut Nachlass

Paula R. NL 262 III

1910er-Jahre bis Juli 1965

Weitere Informationen

Einrichtung: Sammlung Frauennachlässe | Wien
Jahr: 1910er-Jahre bis Juli 1965
Sprache: Deutsch
Beschreibung:

Orte: Klagenfurt in Kärnten, Kematen an der Krems, Kremsmünster und andere Orte in Oberösterreich, Graz in der Steiermark, unbestimmbare Orte an der Südostfront im 2. Weltkrieg (u. a. in Griechenland) u. a.

Quellentypen: Korrespondenz (Paarkorrespondenz, Familienkorrespondenz, Freundschaftskorrespondenz, Korrespondenz aus dem RAD, Feldpost aus dem 2. Weltkrieg): ca. 850 Schreiben; 3 amtliche Dokumente; 54 Dokumente zu Schule, Universität und Berufslaufbahn; autobiografische Aufzeichnungen: 2 Lebensläufe (2 Seiten); 4 Fotografien

Zum Bestand: Schreiberin/Empfängerin: Paula R. (geb. N.); geb. 1901 St. Ruprecht bei Klagenfurt (heute Stadtteil von Klagenfurt) in Kärnten, gest. 1961 in Kematen an der Krems in Oberösterreich

Schreiber/Empfänger: Dr. Ludwig R.; geb. 1895 in Wels in Oberösterreich, gest. 1967 in Kematen an der Krems in Oberösterreich

Schreiber/Empfänger: Günther R.; geb. 1923 in Kematen an der Krems, gest. 1945, Todesort unbekannt (vermisst im heutigen Polen)

Übergeber: Dr. Florian W. (Urenkel von Paula R.), 2019-2022



Paula R. (geb. N.) war in Klagenfurt und Graz aufgewachsen. Sie besuchte als Privatistin ein Gymnasium, eine Haushaltsschule und anschließend die staatliche Lehrerinnenbildungsanstalt in Graz. Ihr Ausbildungsweg ist anhand von 23 Schulzeugnissen aus dem Zeitraum von 1907 bis 1921 belegt.

1922 heiratete sie Dr. Ludwig R. (1895-1967, NL 262 IV). Er war aus Oberösterreich gebürtig und hatte in Graz Medizin studiert. Von ihrer Korrespondenz sind ca. 380 Briefe erhalten, die das Paar zwischen Mai 1920 bis Mai 1923 gewechselt hat. Den Briefen beigelegt sind 3 Portraitfotografien von Paula und Ludwig R. aus den 1920er-Jahren.

Ludwig R. übernahm die Gemeindearztpraxis in Kematen an der Krems in Oberösterreich, Paula R. war als seine Ehefrau ebenfalls hier tätig. Sie hatten die drei Kinder Günther, Helga und Edith (Ditha) R..

Von Günther R. (1923-1945) liegen 30 Schulzeugnisse aus dem Stiftsgymnasium Kremsmünster, ein Pocken-Impfzeugnis aus 1924, ein Mietvertrag aus 1941 sowie eine Portraitfotografie aus dieser Zeit vor. In diesem Jahr inskribiert er an der medizinischen Fakultät an der Universität Graz, was das vorhandene Studienbuch belegt. Aus der Zeit von April 1937 bis Jänner 1945 sind ca. 380 Korrespondenzstücke erhalten, die der junge Mann an seine Eltern adressiert hat. Er musste sein Studium für den Reichsarbeitsdienst in „Ostpreußen“ unterbrechen. Zwei Schriftstücke aus 1941 belegen die Administration der Fortsetzung seines Studiums. 1943 wurde Günther R. zur Wehrmacht eingezogen, wo er u. a. bei der Luftwaffe am Balkan (Griechenland) eingesetzt war.

Aus der schriftlichen Hinterlassenschaft von Günther R. sind weitere 56 Schreiben erhalten, die er zwischen April 1937 und März 1943 von einem Freund aus Aš in Tschechien (Asch im b
öhmischen Vogtland) erhalten hat. Im Jänner 1945 wurde er an der „Ostfront“ als vermisst gemeldet. Sein Vater Ludwig R. hat später einen kurzen Lebenslauf für ihn verfasst, der ebenfalls im Nachlass seiner Mutter Paula R. erhalten ist.

Ihre Tochter Dipl.-Ing.in Helga W. (geb. R., 1925-2016) hatte in Wien studiert. Ab 1951 lebte sie mit ihrem Ehemann in Burgkirchen in Oberösterreich. Er war hier Lehrer, 1953 verunglückte er bei einer Bergtour tödlich. Helga W. zog daraufhin mit ihren drei kleinen Kindern – ihr viertes wurde 1954 geboren – wieder zu den Eltern. Wochentags hatte sie eine Anstellung erst in Tullnerbach in Niederösterreich und dann in Linz und Paula R. betreute ihre vier Enkelkinder. Nach dem Tod ihrer Mutter 1961 zog Helga W. fix nach Kematen an der Krems, arbeitete in der Arztpraxis des Vaters und übernahm auch den gemeinsamen Haushalt.

Paula R.s zweite Tochter Ditha R. arbeitete als Diplomdolmetscherin, später als Lektorin und Englischlehrerin und engagierte sich in der Katholischen Frauenbewegung. Von ihr sind ein Brief aus 1954 sowie 3 Rundbriefe erhalten, die sie 1965 während ihrer von der Katholischen Frauenbewegung organisierten Tätigkeit für Catholic Nurse Centers in Korea verfasst hat.

Daneben sind insgesamt 32 Korrespondenzstücke vorhanden, die verschiedene Verwandte und Bekannte zwischen den 1910er- und 1950er-Jahren an Paula und Ludwig R. adressiert haben.

In ihrem Nachlass liegt schließlich ein Reisepass aus 1948 und eine nicht datierte Bestätigung der Mitgliedschaft bei der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) vor. In der Ordnung des Nachlasses ihr Tochter Helga W. (SFN NL 262 I) sind zudem 8 weitere amtliche Dokumente von Paula und Ludwig R. aus der Zeit von 1905 bis 1958 abgelegt.

Ebenfalls dem Nachlass der Tochter sind Fotografien (als Scans) aus dem Nachlass von Paula R. sowie von Günther R. zugeordnet. Darunter befinden sich 12 Bilder von einer Reise nach Libyen in den 1930er-Jahren, die (vermutlich) Paula R. unternommen hat.



2024 wurde ein umfangreicher Bestand an Fotografien nachgereicht. Diese werden derzeit verzeichnet.

Anmerkung:
Aus Datenschutzgründen werden in diesem Online-Verzeichnis alle Nachnamen abgekürzt angegeben. Die mit den Übergeber/innen der Bestände jeweils vertraglich vereinbarte Verwendung der Namen ist bei der Recherche vor Ort abzuklären.
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Standort

Sammlung Frauennachlässe
c/o Institut für Geschichte, Universität Wien

Universitätsring 1
1010 Wien
Telefon: +43 (0)1 4277 408 12
Öffnungszeiten
Die Bestände können nach Vorlage des Forschungsvorhabens an vereinbarten Terminen eingesehen werden. Ausführliche Informationen dazu finden Sie auf der Website https://sfn.univie.ac.at unter Benutzung + Recherche.
Benutzungszeiten, für die ein Termin vereinbart werden kann, sind Mi & Do 11.00 - 17.00 Uhr bzw. auf Anfrage (per Mail oder telefonisch).
Die erste Sichtung der Quellen erfolgt in den Räumlichkeiten der Sammlung Frauennachlässe. Für die spätere Bearbeitung ist eine Aufstellung der Materialien in der Fachbibliothek für Geschichte möglich.

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