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Orte: Klagenfurt (Celovec) in Kärnten, Graz in der Steiermark, Wien; Reinhof bei Bozen, Triest (Trieste) und andere Orte in Italien; St. Thomas und andere Orte in Kanada; Pola (Pula) in Kroatien; Kremnitz (Kremnica) in der Slowakei; Prag (Praha) in Tschechien; Buffalo und andere Orte in den USA u.a. Quellentypen: Korrespondenz (Familienkorrespondenz, Paarkorrespondenz, Freundschaftskorrespondenz, amtliche Korrespondenz, geschäftliche Korrespondenz, Korrespondenz aus der Emigration): 64 Schreiben; 13 amtliche Dokumente; Dokumente zur Berufslaufbahn: 1 Lehrbrief; Weiteres: 1 Todesanzeige einer Katze, 1 Zeichnung, 2 Kuverts, 1 Familienlinie, 1 Berufsauflistung Zum Bestand: Schreiberin/Empfängerin: Johanna F. (geb. K.); geb. 1836 in Prag (Praha) in Tschechien, gest. 1894 in Rein bei Graz in der Steiermark
Empfänger: Julius F.; geb. 1832 in Kremnitz (Kremnica) in der Slowakei, gest. 1899 in Graz in der Steiermark
Schreiber/Empfänger: Moriz F.; geb. 1866 in Zeltweg in der Steiermark, gest. 1930 in Graz in der Steiermark
Übergeberin: Dipl. Tzt. Rosemarie S. (Urenkelin von Johanna F.), 2018
Johanna F. (geb. K.) wuchs in Prag auf, das zu der Zeit zum Gebiet der Österreichisch-Ungarischen Monarchie gehörte. Ihre Mutter Isabella K. stammte aus einer Beamt:innenfamilie, ihr Vater Alois K. war hier als „Bezirksphysikus“, also als Arzt, tätig.
1857 heiratete sie Julius Paul F. (1832-1899). Johanna F. war bei der Heirat 21, Julius Paul F. 25 Jahre alt. Er war in der Bergbaustadt Kremnitz (Kremnica) geboren worden und leitete eine Maschinenfabrik. Dazu ist 1 Bericht der Dampfkesseluntersuchungs- und Versicherungs-Gesellschaft aus Dezember 1898 erhalten. Mit ihren zwei Töchtern und vier Söhnen Paula, Olga, Alexander (Sandor), Moriz (Moritz), Paul und Rudolf F. und lebte die Familie u. a. in Klagenfurt in Kärnten und auch in der Steiermark. Ein Zeugnis aus der Jugend von Johanna F.s Kindern ist eine „Todesanzeige“ zu „dem plötzlichen Hinscheiden der Allgeliebten jungen Katze welche [...] am 21-ten Lebenstage gestorben ist und [...] nach ihrer Grabstätte, (der Mistgrube), getragen wurde“ aus 1873.
Aus den Korrespondenzen von Johanna F. sind insgesamt 3 lose Schriftstücke erhalten. Eines hat sie 1885 an den Schwiegervater von einem ihrer Söhne geschrieben, 2 hat 1892 ihr Ehemann an sie adressiert. Daneben liegen 6 weitere Schreiben von verschiedenen Absender:innen aus 1846 bis 1929 vor.
Der größte Teil der erhaltenen Korrespondenzen sind insgesamt 33 Schreiben, die Johanna F.s Kinder zwischen 1883 und 1899 an ihren Vater Julius Paul F. geschrieben haben: Paula F. korrespondierte mit ihm aus Reinhof bei Bozen, Alexander F. aus Klagenfurt, Paul F. aus Pola und Olga F. aus Triest.
Moriz F. (1866-1930) schrieb seinerseits aus Wien und Graz sowie aus St. Thomas in Kanada und Buffalo in den USA, wo er sich im Jahr 1896 aufgehalten hat. In den aus dieser Zeit erhaltenen 13 Briefen berichtete Moriz F. seinem Vater von der Überfahrt nach Nordamerika auf dem Schiff „Havel“ sowie von seiner beruflichen Tätigkeit in St. Thomas und in Buffalo. Er dürfte hier in der Verwaltung von Gießereibetrieben gearbeitet haben.
Aus der Korrespondenz von Moriz F. sind in diesem Nachlass weiters 19 Schreiben vorhanden, die er zwischen 1886 und 1922 von seinen Eltern, Geschwistern und weiteren Personen erhalten hat. Moriz F. war als Ingenieur und Jurist ausgebildet. Er war in der Wandervogelbewegung vernetzt und Vertreter liberaler Ansichten. 1905 heiratete er die als Lehrerin ausgebildete Ricci (Marianne bzw. Marie Anna) R. (1883-1966) aus Triest. Ihre Eltern betrieben hier eine Lebensmittelfabrikation, ihr Großvater war evangelischer Superintendent. Ricci F. war bei der Heirat 22, Moriz F. 39 Jahre alt. Sie hatten fünf Kinder, nach dem Ersten Weltkrieg gingen sie von Triest in die Steiermark, wo sie dann in Graz eine repräsentative Villa kauften und Moriz F. sich von der Familie trennte.
Dem Nachlass von Johanna F., ihrem Ehemann Julius Paul F. und ihrem Sohn Moriz F. sind zudem insgesamt 12 amtliche Dokumente zuzuordnen, die zwischen 1842 und 1894 ausgestellt wurden und teilweise auch als Abschriften oder Neuausstellungen vorliegen. Konkret sind das Taufmatriken, 1 Trauungsschein, Dokumentationen zum Heimatrecht und einer Grabnutzung bei Klagenfurt, 1 Vollmacht, 1 Testament, 1 Schreiben bezüglich einer Hinterlassenschaft sowie Johanna F.s Totenschein aus 1894.
Daneben sind von ihren Vorfahr:innen 1 Lehrbrief des Schneidergesellen Valentin Zeiller aus 1775, 1 Korrespondenzstück aus 1811 und die Empfangsbescheinigung von einem „Ritterkreuzes II. Claße“ aus 1886 erhalten.
Zudem liegt ein A3-Papierbogen mit maschinenschriftlich verfassten Familienlinien vor. Diese wurden (vermutlich) von einem Sohn von Ricci und Moriz F. in den 1930er-Jahren angefertigt. |