Archivgut Nachlass

Emilie S. NL 302 II

August 1935 bis November 1970, Juni 1994

Weitere Informationen

Einrichtung: Sammlung Frauennachlässe | Wien
Jahr: August 1935 bis November 1970, Juni 1994
Sprache: Deutsch
Beschreibung:

Orte: Graz und Knittelfeld in der Steiermark; Porz am Rhein in Deutschland; verschiedene Orte an der Front im Zweiten Weltkrieg, u.a. Leningrad (Sankt Petersburg) in der Sowjetunion sowie Orte an der „Nordfront“ u.a.

Quellentypen: Korrespondenz (Familienkorrespondenz, Feldpost aus dem Zweiten Weltkrieg): 4 Schreiben (als Scans); 4 Dokumente zu Universitäts- und Berufslaufbahn (tw. als Scans); 51 Fotografien

Zum Bestand: Empfängerin: Emilie S. (geb. T.), geb. 1909 in Udine in Italien, gest. 2004 in Graz

Schreiber: Hans S., geb. 1910 in Graz in der Steiermark, gest. 1943 in Leningrad (Sankt Petersburg) in der Sowjetunion

Übergeber: Thomas S. (Enkelsohn von Emilie S.), 2023



Emilie S. (geb. T.) verbrachte ihre ersten Lebensjahre in Udine im heutigen Italien, nach dem Ende des Ersten Weltkrieges zog ihre Familie nach Knittelfeld in der Obersteiermark. Hier heiratete sie 1935 Hans (Johann) S. (1910-1943).

Hans S. war gebürtig aus Graz und arbeitete als Büroangestellter im Krankenhaus auf der Stolzalpe sowie in Knittelfelder, was u.a. durch 1 Arbeitsbuch aus 1940 und 1 Arbeitsbestätigung aus 1943 (als Scan) bestätigt wird.

Ihre drei Söhne Gerhard, Günter und Dipl.-Ing. Gustav (Gucki) S. kamen 1936, 1939 und 1940 zur Welt. Sie wurden teilweise auch von ihrer Tante Berta K. (geb. S., 1901-1988) in Graz betreut, die hier als Privatangestellte arbeitete.

Die schriftliche Hinterlassenschaft von Emilie und Hans S. besteht zum Großteil aus Fotografien: Die früheste davon ist ihr Hochzeitsbild aus 1935. Aus dem Zeitraum von 1936 bis Sommer 1942 sind 40 Bilder erhalten, die ihre Familie zeigen. Die Motive sind einerseits Atelierbilder der Buben (u.a. im Matrosenanzug), teilweise sind die verschiedenen Familienmitglieder auch vor dem Haus oder im Garten zu sehen, mit einem Hündchen, auf einem Schaukelpferd oder einem Schlitten. Aufbewahrt wurden die Bilder in einer Kunststoffhülle mit der Beschriftung „Kinderbilder von Gerhard“.

7 Portraitbilder von Hans S. zeigen ihn u.a. als Soldat. Er war im Zweiten Weltkrieg als Feldwebel eingezogen, die Mitglieder seines „Zugtrupps“ sind in einer handschriftlich verfassten tabellarischen Aufstellung (4 Seiten, als Scan) dokumentiert.

Von den Familienkorrespondenzen aus der Zeit des Krieges ist nur 1 Schreiben (als Scan) erhalten. Dieses hat Hans S. im Februar 1943 an den kleinen Sohn Gerhard S. adressiert, um ihm zu seinem ausgezeichneten Schulzeugnis zu gratulieren.

Anfang September 1943 wurde Hans S. südlich von Leningrad (Sankt Petersburg) getötet. 3 Schreiben (als Scans) an Emilie S. von Militärstellen und einem Pfarrer enthalten Informationen zu seinem Tod, seiner Grabstätte und eine Abschrift der Liste seines Nachlasses. Einem der Briefe sind 2 Todesanzeigen angeheftet, die in Zeitungen veröffentlicht worden waren. Von seiner Grabstelle sind auch 3 Fotografien vorhanden. Aufbewahrt wurde zudem das leere Kuvert eines Briefes, den Emilie S. im Juni 1994 vom Kriegsopferverband Steiermark erhalten hat.

Ihrem Nachlass zugeordnet ist auch 1 Meldungsbuch ihres mittleren Sohnes Gustav S. von der Technischen Hochschule Wien mit Einträgen von Oktober 1963 bis Juli 1967. Hier beigelegt ist ein polizeiliches Führungszeugnis, das im November 1970 in Porz am Rhein ausgestellt wurde.

Anmerkung:
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Standort

Sammlung Frauennachlässe
c/o Institut für Geschichte, Universität Wien

Universitätsring 1
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