Tonträger
Interview
Interview von Kristine von Soden mit Frauen Agathe S., Lene R. und Klara S.
in:
Sammlung: Sammlung K. v. Soden
21.05.1985
,
01:16:14 Stunden
Weitere Informationen
| Einrichtung: | Archiv der deutschen Frauenbewegung | Kassel |
|---|---|
| In: | Sammlung: Sammlung K. v. Soden |
| Bestell-Signatur: | ST-49 ; 1-16 |
| Jahr: | 21.05.1985 |
| Sprache: | Deutsch |
| Beschreibung: | |
| Kristine von Soden interviewte am 21.05.1985 in Düsseldorf Frau Agathe S., Frau Lene R. und Frau Klara S. zu den Themen Beratungsstellen, Abtreibung und Verhütung. Die drei Frauen waren während der Weimarer Republik in linken Arbeiterjugendgruppen und dem Monistenbund aktiv. Sie kannten die Sexualberatungsstellen, die oft der KPD sehr nahestanden oder von dieser eingerichtet wurden. In den Beratungsstellen wurden Menschen über Abtreibungen informiert, aber die Verhütung stand im Vordergrund. Dort wurden auch Verhütungsmittel verkauft. Die Frauen erzählen von Veranstaltungen, die sie besuchten, z. B. Vorträge von Ärzten wie Max Hodann, Friedrich Wolf und Else Kienle, Filmen und Theaterstücken wie "Cyankali". Sie kannten auch verschiedene Broschüren und Hefte, die über sexuelle Themen aufklärten. Für ArbeiterInnen waren die großen gebundenen Bücher meist zu teuer. Sie berichten, dass das Thema Homosexualität in kommunistischen Kreisen entweder nicht besprochen oder abgelehnt wurde. In den Familien wurde nie über sexuelle Aufklärung gesprochen, das war nur Thema der jungen Leute untereinander. Aus ihrer eigenen Erfahrung berichten die drei Frauen darüber, dass sie teilweise unverheiratet mit festen Partnern zusammenlebten, bevor sie heirateten. Einige von ihnen ließen sich zur Verhütung bei Ärzten Spiralen einsetzen. Trotzdem ließen sie auch Schwangerschaftsabbrüche vornehmen. Diese bei Ärzten durchführen zu lassen war für sie als Arbeiterinnen sehr teuer und daher nur selten. Häufiger gingen sie zu Privatleuten, von denen sie durch Nachbarinnen erfuhren, die illegal und medizinisch unsicher Abtreibungen vornahmen. Allgemein wurde aber wenig über dieses Thema gesprochen, da große Gefahr bestand, dass die Beteiligten von der Polizei entdeckt wurden. Die drei Frauen erzählen, dass schon in der Weimarer Zeit bei vielen Veranstaltungen Polizisten anwesend waren, die nach Hinweisen auf strafbares Verhalten suchten und gelegentlich Leute verhafteten, nach 1933 wurde der Druck noch größer. Die Frauen und ihre Angehörigen mussten mehrfach Haftstrafen verbüßen. | |
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