Archivgut Nachlass

Antonie R. NL 271 III

April 1881 bis August 1916, Juni bis September 1934

Weitere Informationen

Einrichtung: Sammlung Frauennachlässe | Wien
Jahr: April 1881 bis August 1916, Juni bis September 1934
Sprache: Deutsch
Beschreibung:

Orte: Graz und Krieglach in der Steiermark; Frankfurt am Main und andere Orte in Deutschland; Triest (Trieste) und andere Orte in Italien; Amsterdam in den Niederlanden; Prag (Praha) in Tschechien; unbestimmbare Orte an der Front/Kriegsschauplätze im 1. Weltkrieg u.a.

Quellentypen: Aufzeichnungen in Buchform: 1 Poesiealbum, 1 Gedichtsammlung; Korrespondenzen (Paarkorrespondenz, Familienkorrespondenz, Freundschaftskorrespondenz, Kinderkorrespondenz, Feldpost aus dem 1. Weltkrieg): 100 Schreiben; 2 amtliche Dokumente (in Abschrift); Weiteres: 1 Notenheft, 1 Hochzeitsanzeige

Zum Bestand: Schreiberin/Empfängerin: Antonie R. (geb. B.); geb. 1855 in Triest (Trieste) in Italien, gest. 1927 in Graz-Eggenberg in der Steiermark

Schreiber/Empfänger: Johann Nepomuk R.; geb. 1844 in Prag, gest. 1906, Todesort unbekannt

Übergeberin: Dipl. Tzt. Rosemarie S. (Urenkelin von Antonie R.), 2018



Antonie R. (geb. B.) wuchs mit zwei Schwestern und drei Brüdern in Triest auf, das zu der Zeit zum Gebiet der Österreichisch-Ungarischen Monarchie gehörte. Ihre Mutter Louise B. (geb. S., 1827-1902) stammte aus Frankfurt am Main, ihr Vater Erhard B. (1816-1882) aus Cöthen in Anhalt. Er war evangelischer Superintendent in Triest, die Vorfahr:innen in Deutschland waren größtenteils als Kaufleute tätig gewesen.

Aus Antonie R.s Jugend ist ein Poesiealbum (37 Seiten) erhalten, das die 15-Jährige vermutlich zu Weihnachten 1870 bekommen hatte. Später trugen sich in dieses u. a. auch ihre Kinder ein.

1881 heiratete sie Johann Nepomuk R. (1844-1906), wovon eine Hochzeitsanzeige vorliegt. Antonie R. war bei der Heirat 26, Johann Nepomuk R. 37 Jahre alt. Er stammte aus Prag (Praha) und führte in Triest eine Lebensmittelfabrikation, sein Vater war hier Landrechtrat gewesen, die Vorfahr:innen waren Beamte und Kaufleute.

Von Antonie und Johann Nepomuk R.s Paarkorrespondenz sind 12 Schreiben von ihr und 61 Schreiben von ihm erhalten, die zwischen Mai 1881 bis August 1887 zumeist während seiner Geschäftsreisen nach Deutschland und in die Niederlande geschrieben worden sind. Aus den 1880er-Jahren sind weitere 5 einzelne Schreiben u. a. an ihre jeweiligen Eltern vorhanden.

Antonie und Johann R. hatten die drei Kinder Erhard R. (1882-1958), Ricci (Marianne bzw. Marie Anna) F. (geb. R., 1883-1966) und Alexander (Lexi) R. (1886-ca. 1965). Zur Geburt der Tochter legte Antonie R. ein kleinstformatiges Büchlein (52 Seiten) an, in dem sie Gedichte und Sprüche gesammelt hat. Gewidmet wurden die Einträge „Meinem kleinen Schnuckyli in treuer Liebe (12. Juni 1883)“.

Aus ihrer Familienkorrespondenz sind 20 lose Schriftstücke aus dem Zeitraum von April 1881 bis August 1916 erhalten. Unter diesen einzelnen Schreiben befindet sich ein für „Papa“ gewidmetes nicht datiertes Frühlingsgedicht sowie ein Feldpost-Kuvertbrief von einem der Söhne aus 1916 sowie 3 Briefe von Antonie R. an ihre Tochter Ricci F. aus April und September 1925.

Ricci F. hatte die Lehrerinnenbildungsanstalt besucht, 1905 einen Ingenieur und Juristen geheiratet und war Mutter von fünf Kindern. Nach dem Ersten Weltkrieg ging Antonie R. gemeinsam mit der Familie ihrer Tochter von Triest zuerst nach Krieglach im Mürztal in der Obersteiermark, bevor sie eine repräsentative Villa in Graz-Eggenberg bezogen.

Dem Nachlass von Antonie R. ist zudem (vermutlich) ein Heft (14 Seiten) mit handschriftlich eingetragenen Musiknoten zuordenbar. Aus 1934 liegen zudem Abschriften von Antonie und Johann Nepomuk R.s Taufscheine vor. Ihrem Taufschein ist eine Übersetzung aus dem Italienischen beigefügt.

Antonie und Johann R.s älterer Sohn Erhard R. lebte später wie seine Mutter und die Schwester Ricci F. ebenfalls in Graz. Er war verheiratet mit Paula R., sie hatten 2 Kinder: Errardo (Rado) R. (1913-1967) lebte in Norditalien, Alice R. (1916-1988) lebte in Stuttgart. Sie war eng befreundet mit ihrer Cousine Britta P. (geb. F., 1918-2015). Alexander (Lexi) R. lebte als Ingenieur in Triest und Kroatien. Er war verheiratet mit Rosa R., sie hatten ebenfalls 2 Kinder. Sein Enkelsohn ist der Gitarrist Peter R. (geb. 1955).

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